Malen an ungewöhnlichen Orten - Das Abbruchhaus

Drei Monate malte ich in einem Abbruchhaus mitten in der Stadt. Einige Dielen hatte man schon entfernt. Ein alter Sessel, ein vergessener Stuhl, zwei Heizöfen, ein Arbeitstisch und natürlich meine Staffelei, waren das ganze Mobiliar. Ich war allein, malte und war glücklich. 

Beschädigte Tapeten, türkisblau gestrichene Türpfosten und Fenstersimse, sowie der Blick nach draußen inspirierten ohne Ende. Zunehmend pfiff der kalte Wind durchs Dach und der Abrisstermin näherte sich.

Mitte November gab es hier noch eine tolle Vernissage mit Liveband. Aus Sicherheitsgründen überwachte der Statiker die Besucherzahl. 

Der vergessene Stuhl im Abbruchhaus könnte viel erzählen. Zum Beispiel über Leute, die auf ihm saßen, über die Bewohner, welche die Türpfosten türkisblau strichen oder über die Malerin, die ihm so viel Aufmerksamkeit schenkte. Und über die wagemutigen Käufer des maroden Gebäudes auf der alten Stadtmauer. 

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